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Offener Brief an unsere muslimischen Geschwister
As-salamu alaikum, liebe Geschwister, aschk olsun,
wir leben in schwierigen Zeiten und wir müssen nach neuen Wegen suchen, wenn wir es nicht zu einem "Zusammenstoß der Kulturen" kommen lassen wollen.
Jeden Tag hört man von neuen Beleidigungen, Erniedrigungen, Unterstellungen, gewaltsamen Protesten, Ausbrüchen von Wut und Empörung. Wir können nicht alles hinnehmen, wir müssen reagieren - aber wie? Der gewaltsame Kampf führt immer tiefer in Gewalt. Auch Terroranschläge, die manche vielleicht für ein wirkungsvolles Mittel halten, führen nur zu Gegenterror und Leid. Auf der Ebene des Kampfes können wir diese Auseinandersetzungen nicht gewinnen. Wir können sie vielleicht noch ganz lange fortsetzen, denn wir sind viele, aber wir können diesen Kampf nicht gewinnen. Er könnte dazu führen, dass wir daran beteiligt, sind unsere Erde unbewohnbar zu machen, weil am Ende jede Seite zu ihrer stärksten Kriegswaffe greift. Dazu darf es nicht kommen, denn Gott hat uns als Hüter Seiner Schöpfung auf diese Erde geschickt und nicht, damit wir Sein Werk zerstören.
Wir dürfen uns auch nicht vor irgendjemandes Karren spannen lassen, wir dürfen nur Gott alleine dienen. Wir sind nicht die Erfüllungsgehilfen irgendeiner Regierung oder politischen Gruppierung, noch stehen wir im Dienste globaler wirtschaftlicher Interessen. Als Muslime sind wir nur Gott zu Gehorsam verpflichtet. Gott zu dienen heißt dem Leben zu dienen und nicht dem Tod.
Wir folgen dem Erhabenen Qur'an und unserem Propheten (s.a.w.s.). Unser Prophet sagt unter anderem: "Das Bittgebet ist die Waffe des Gläubigen." Daran müssen wir uns erinnern. Das Gebet ist mächtiger als jede Waffe, auch wenn das einige von uns vielleicht vergessen haben. Das Gebet bringt Hilfe für die Betenden und für diejenigen, für die gebetet wird. Das Gebet stärkt uns und verbindet uns mehr mit Gott. Wir sollten der Welt zeigen, dass wir wirklich meinen und umsetzen: Muslim sein heißt Frieden machen.
Wenn wir beten, verändern sich unser Inneres und unser Äußeres. Wir beruhigen uns, werden zuversichtlich und stark. Jede Gewaltäußerung schwächt uns, denn die Wut richtet zu aller erst in unserem Inneren Verwüstungen an.
Beten anstatt zurückzuschlagen oder mit Waffengewalt anzugreifen, wäre die richtige Methode, mit Angriffen und Bedrohungen umzugehen. Wenn wir beten, zeigen wir, dass wir nichts einfach so hinnehmen, dass wir uns unserer Würde bewusst sind und dass wir uns in Schwierigkeiten an den besten aller Helfer wenden. Wenn wir beten, zeigen wir, dass wir wirklich an Gott glauben. Unsere Haltung entspricht einem Gläubigen, denn unsere Zuflucht ist Gott. Wir dürfen uns nicht unseren Glauben nehmen lassen, uns erniedrigen und alles vergessen, was wir über den Sinn und Zweck der Schöpfung wissen. Gott ist unsere Zuflucht, und damit müssen wir ernst machen.
Was hätte die Welt gesagt, wenn sich die Muslime zu friedlichen Gebeten vor den dänischen Botschaften versammelt hätten, um für sich und die Dänen zu beten? Wie sähe es in Palästina aus, wenn die Bewohner dieses Landes sich zu Gebeten auf den Straßen und Plätzen versammelten, wenn ihnen Unrecht geschehen ist?
Wenn wir beten, schimpfen wir nicht über die anderen, sondern wir bitten für uns alle um Einsicht und Vernunft. Gerechtigkeit lässt sich nur verwirklichen, wenn wir anfangen, gerecht zu handeln. Wir geben den Kampf nicht auf, aber wir kämpfen nicht gegen andere, sondern gegen uns selbst, gegen unsere Wut und Ohnmachtsgefühle. Das ist der große Dschihat, den uns unser Prophet(s.a.w.s.) aufgegen hat. Eine Seite muss anfangen und sich auf eine andere Ebene begeben. Die Welt zu zerstören geht ganz leicht und schnell, sie zu erhalten und pflegen erfordert viel mehr Geduld und Ausdauer.
Das Bittgebet ist die Waffe des Gläubigen und damit können wir immer und überall kämpfen. Dafür brauchen wir kein Geld und keine anderen Mittel. Wir brauchen nur unsere innere Ausrichtung auf Gott und die Hinwendung zu Ihm. Jeder und jede kann sich jederzeit daran beteiligen und das Gute auf dieser Welt mehren. Auch wenn die Reaktionen der äußeren Welt nicht unmittelbar erfolgen, die Reaktionen in unserem Inneren sind gleich und unmittelbar spürbar.
Wir lassen uns für keine anderen Interessen benutzen. Wir durchschauen die Winkelzüge der Politik. Wir wollen kein Feindbild mehr abgeben. Wir wollen keinen Anlass mehr geben, uns zu verachten. Wir sind nur Gott verpflichtet und ehren unseren Propheten Muhammad (s.a.w.s.) indem wir ihm folgen und seinen Rat umsetzen.
Bitte helft mit, diesen offenen Brief weiter zu verbreiten, wenn ihr damit einverstanden seid. Wer eine andere Sprache kann, möge ihn übersetzen und seinen/ihren Landsleuten weitergeben. Wir können ihn in der ganzen Welt bekannt machen und wir können ihn mit unseren Gebeten begleiten, damit möglicht viele Geschwister sich diesem neuen Weg anschließen.
Wir sind Gläubige und es gibt keine Macht und keine Kraft außer bei Gott.
Sure 2,Vers 153: O ihr, die ihr glaubt! Sucht Hilfe in Standhaftigkeit und Gebet; siehe, Allah ist mit den Standhaften.
Ma'a salama wa aschki niyazTrebbuser Mevlevihane
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